Auf einem Hof in den Vier- und Marschlanden kann sich eine Scheune oder ein anderes Nebengebäude besser für Module eignen als das Wohnhaus, etwa wenn das Wohnhaus ein Reetdach hat. Die Denkmalliste für Bergedorf führt rund 830 Einträge, darunter 34-mal eine „Hofanlage“, 41-mal ein „Wohnwirtschaftsgebäude“, 19-mal eine „Kate“ und 17-mal eine „Scheune“ (eigene Auszählung, Stand 17.08.2026).
Gehört ein Gebäude zu einer eingetragenen Hofanlage oder zu einem Ensemble, braucht jede Solaranlage darauf die Genehmigung des Denkmalschutzamts (§ 9 DSchG HH). Ensembles sind unter anderem der Altengammer Hausdeich mit Deich und Kulturlandschaft, der Ortskern Altengamme und die Riepenburger Mühle in Kirchwerder. Das Amt hält Anlagen auf Denkmälern laut seiner Praxishilfe vom Juni 2025 in der weit überwiegenden Zahl der Fälle für genehmigungsfähig, besonders auf Nebengebäuden ohne eigenen Denkmalwert.
Welche Unterlagen das Amt erwartet und wie die Module im Regelfall liegen müssen, steht im Ratgeber Photovoltaik und Denkmalschutz. Ob ein Hof in der Liste steht, lässt sich in der Denkmalliste des Denkmalschutzamts nachsehen, die nach Bezirken geordnet ist.
Wenn das Wohnhaus ein Reetdach hat
Die Hamburger Umsetzungsverordnung zählt Dächer aus Reet, Holz oder Stroh im Bestand zu den Fällen, in denen eine Solaranlage technisch nicht möglich ist (§ 4 PVUmsVO). Bei einer Neueindeckung entfällt die Solarpflicht deshalb für diese Fläche.
Wer trotzdem Solarstrom erzeugen will, hat auf einem Hof meist mehrere andere Flächen. In Frage kommen die Scheune, ein Stall, eine Garage oder ein Carport bis 3 m Wandhöhe und 50 m². Auch eine freistehende Anlage im Garten bis 3 m Höhe und 9 m Länge ist nach der Hamburgischen Bauordnung verfahrensfrei, ebenso wie ein solcher Carport. Gegenüber Gebäuden mit weicher Bedachung schreibt die Bauordnung Abstände vor, die wir in den Lageplan einzeichnen. Ihren Gebäudeversicherer fragen Sie vorab, ob er für die neue Anlage auf dem Grundstück Auflagen macht.
Beispiel: Hof mit Scheune in Kirchwerder
Im Beispiel hat das Wohnhaus eines Hofes in Kirchwerder ein Reetdach, und die Scheune daneben ein Satteldach mit einer Seite nach Süden. Auf diese Seite passen nach unserer Annahme 10 kWp. Mit dem Bergedorfer PVGIS-Wert erzeugt die Anlage rechnerisch rund 10.000 kWh im Jahr. Das Kabel zum Zählerschrank im Wohnhaus läuft durch die Erde, und vor der Planung prüfen wir, ob die Scheune zur eingetragenen Hofanlage gehört.